Marajó

Die Insel Marajó (Portugiesisch Ilha de Marajó) ist die bei weitem größte Insel Brasiliens und die größte Binneninsel der Welt. Marajo liegt im Mündungsbereich des Amazonas im Norden von Brasilien. Die Insel ist bewohnt, es leben etwa 250.000 Menschen auf Marajó.

Größe von Marajó

Die Insel ist 297 Kilometer lang und 204 Kilometer breit. Marajó hat eine Fläche von 40.100 Quadratkilometer. Das entspricht etwa der Größe der Schweiz. Mit 250.000 Einwohner liegt die Siedlungsdichte bei 6,2 Einwohnern pro Quadratkilometer. Hauptort und größte Stadt von Marajó ist der Ort Breves auf einer Höhe von 40 Metern über NN.

Marajó hat zahlreiche Nachbarinseln, die nur durch Flussläufe von der Hauptinsel getrennt sind. Das ganze Inselgebilde gehört zum Marajó-Archipel, die Größe wird mit 49.602 Quadatkilometern angegeben.

Größte Flussinsel der Welt?

Marajó soll die größte Binneninsel bzw. Flussinsel der Erde sein. Allerdings gibt es auch Stimmen, die der brasilianischen Insel im Mündungsbereich des Amazonas den Titel größte Flussinsel aberkennen, denn, so die Begründung, die östlichen Teile von Marajó berühren das Meer und die Insel läge gleich im Mündungsgebiet zweier Flüsse, des Amazonas und des Tocantins. Dann wäre die Ilha do Bananal, ebenfalls eine brasilianische Insel, die größte Flussinsel der Welt.

Marajó Beschreibung

Die Insel wird von 20 eigenständigen größeren Flüssen durchzogen. Im Osten herrscht Savannenvegetation vor. Hier finden sich Fazendas, auf denen Viehzucht betrieben wird. Ebenfalls im Osten befindet sich auch der 400 Quadratkilometer Lago Arari, der See wird von Regenwasser gefüllt, in der Trockenzeit schrumpft er auf ein Fünftel seiner Größe. Im Westen von Marajó dominieren Várzea-Wälder das Bild.

Marajó während der Regenzeit

Während der Regenzeit werden Teile von Marajó regelmäßig überschwemmt. Zum einen durch das Wasser des Amazonas, im Inselinneren aber durch die starken Regenfälle selbst. Die Bewohner haben auf die regelmäßigen Überschwemmungen reagiert und viele Siedlungen sind auf Stelzen (Palaftas) erbaut worden.

Wichtigste Orte der Insel

Die wichtigsten Ortschaften liegen im Südosten der Insel: Soure und Salvaterra. Sie verfügen über einfache touristische Infrastruktur und werden aufgrund der einsamen und weitläufigen Strände gerne besucht.

Geschichte von Marajó

Auf der Insel wurden 3000 Jahre alte Keramikfunde gemacht. Sie deuten auf eine frühe Hochkultur (Marajoara-Kultur) hin. Diese Kultur war zum Zeitpunkt der Eroberung der Insel allerdings bereits untergegangen.

Wasserbüffel auf Marajó

Im Osten von Marajó gibt es wohl zahlreiche Wasserbüffel. Diese sind auf der Insel allerdings nicht heimisch. 1920 erlitt vor Marajó ein Schiff aus Asien eine Havarie und sank. Eine kleine Herde von Wasserbüffeln schaffte es sich auf die Insel zu retten und überlebte. In der Folge breitete sich die Wasserbüffelherde auf ganz Marajó aus. Heute gibt es etwa 3 Millionen Wasserbüffel auf der Insel. Für die Bewohner sind die domestizierten Wasserbüffel heute auch wichtige Nutztiere.

 

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