Können Inseln untergehen? Tuvalu wohl gewachsen

Wenn man über die globale Erderwärmung nachdenkt, dann kommt sicherlich der Punkt, an dem man sich überlegt, was mit den ganzen Inseln im Meer geschieht, wenn das Eis schmilzt und der Meeresspiegel steigt. Gehen die Inseln dann unter? Werden sie überflutet, so dass sie irgendwann nicht mehr bewohnbar sind? Insbesondere der Pazifikstaat Tuvalu scheint da besonders gefährdet, schließlich ragt keine der Inseln mehr als fünf Meter über den Meeresspiegel hinaus. Gibt es Tuvalu irgendwann nicht mehr? Können Inseln eigentlich untergehen, wie es dem sagenhaften Atlantis geschehen sein soll?

Tuvalu ist gewachsen

Für Tuvalu scheint es zumindest Entwarnung zu geben. Der Pazifikstaat besteht aus neun Atolle und sieben von diesen sind wohl in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Allerdings handelt es sich auch um Atolle, die Inseln bestehen aus Korallentrümmern und solange es neue Korallentrümmer gibt, können die Atolle wohl auch wachsen. Ein beständiger Wachstum, der Tuvalu wohl über Wasser halten wird. Und die umliegende Riffe behindern den Abfluss angespülter Sedimente, ebenfalls eine Möglichkeit für solche Inseln zu wachsen. 1992 kam es in der Pazifikregion zum Hurrikan Bebe, anschließend war eine der Tuvalu Inseln wohl um gut zehn Prozent größer, da 140 Hektar Sediment angespült worden waren.
Wissenschaftler haben für eine Studie historische Luftaufnahmen aus den 50er Jahren und Satellitenbilder von 27 Inseln im Pazifik verglichen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass nur vier der 27 Inseln kleiner geworden sind.

Gleichzeitig warnen sie davor, dass als Freibrief zu sehen. Wenn der Meeresspiegel zu schnell steigt, könnte der Wachstum der Inseln zu gering sein. Tuvalu würde dann wohl doch untergehen. Ihre Originalstudie ist im Fachjournal Global and Planetary Change erschienen.

Tuvalu und der mögliche Untergang

Tuvalu ist aber wohl für einen möglichen Untergang gerüstet. Es gibt wohl Pläne für einen Landerwerb in Neuseeland oder Australien für den Fall der Fälle. Die Regierung erwartet aber in den nächsten 30 Jahren noch keinen Untergang.

Carteret-Inseln

Aber es gibt durchaus auch Inseln, die durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sind. Wie die Carteret-Inseln (Papua-Neuginea). Die Menschen dort bereiten sich wohl schon auf ihre Umsiedlung vor, schließlich verloren die Carteret-Inseln in den letzten Jahren schon die Hälfte ihrer Landmasse ans Meer.


Insel Lexikon News vom 26.08.2010

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