Evakuierung von Island - Naturkatastrophe Vulkanausbruch

Im Juni 1783 brach auf Island der Vulkan Lakagigar aus, die erste Eruption wurde am 8. Juni 1783 beobachtet. Acht Monate dauerte die Naturkatastrophe, bis zum März 1784. Der Ausbruch des Vulkan Lakagigar (Laki-Krater) gilt heute als eine der größten Eruptionen in geschichtlicher Zeit. Dabei floss aus den Vulkankratern eine Lavamenge von 12,3 Milliarden Kubikmetern, das ganze verteilte sich auf einer Fläche von 565 Quadratkilometern. Der Ascheregen nach dem Vulkanausbruch verdunkelte die Sonne, vertrieb die Fische, ließ das Gras verdorren. In der Folge kam es zu einer schlimmen Hungerkatastrophe in der Geschichte von Island, ein Fünftel der Inselbevölkerung von Island starb in den nächsten drei Jahren in Folge von Hunger und Krankheiten. Im 18. Jahrhundert hatte die Bevölkerungszahl auf Island bei etwa 50.000 Menschen gelegen. Und auch das Vieh starb. Die Tiere, die nicht verhungerten, mussten Not geschlachtet werden, etwa dreiviertel des isländischen Viehbestandes ging in Folge der Katastrophe zugrunde. Und auch im restlichen Europa kam es durch die Asche in den folgenden Jahren zu Missernten.

Evakuierung von Island - eine Diskussion

Das führte in der Folge zu einer Diskussion Island komplett zu evakuieren. Die Isländer sollten ins dänische Westjütland umgesiedelt werden. Das hätte eine Umsiedlung von mehr als 40.000 Menschen zur Folge gehabt.

Laki-Katastrophe - Not mit dem Nebel

In Island wird der Vulkanausbruch und die Hungerjahre danach als Laki-Katastrophe bzw. Móðuharðindin (Not mit dem Nebel) bezeichnet. Gerne wird auch die Französische Revolution (Beginn 1789) als eine der Folgen des Ausbruchs des Lakagigar angesehen. Schließlich sollen die Sommer in Europa nach der Laki-Katastrophe ungewöhnlich kurz gewesen sein, Missernten folgten Hungerjahre. Und die Französische Revolution war nicht zuletzt auch eine Reaktion auf wirtschaftliche Not im Land. Diese resultierte auch aus Missernten in Frankreich und diese könnten durchaus auf die Laki-Katastrophe zurückzuführen sein.

Laki-Krater auf Island

Die Laki-Krater (isländisch Lakagigar) liegen im Süden von Island. Dabei handelt es sich um mehr als 100 Krater und Schlackenkegel. Diese erstrecken sich über 25 Kilometer in Südwest-Nordost-Richtung. Die Kraterreihe enstand während der Ausbruchsserie im 18. Jahrhundert. Weitere Ausbrüche der Laki-Krater hat es seit dem nicht mehr gegeben, seit mehr als 200 Jahren ist es auf Island zumindest am Lakagigar ruhig.

Island heute

Die Vulkane auf Island sind lange Jahre relativ ruhig geworden. Erst im 21. Jahrhundert sorgte der Ausbruch des Eyjafjallajökull wieder für weltweite Schlagzeilen, schon durch die Folgen, Flugausfälle über Europa.
Heute hat Island, die Evakuierung der Insel wurde schließlich nur diskutiert, mehr als 300.000 Einwohner.

Ausbruch des Vulkan Eyjafjallajökull und Ascheregen

2010 brach auf Island der Vulkan Eyjafjallajökull aus. Die Folge war ein Ascheregen, der in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas zu einer Einstellung des Flugverkehrs führte. Eine großräumige Auswirkung wie bereits nach dem Ausbruch der Laki-Krater 1783. Größter Unterschied zu der Naturkatastrophe im 18. Jahrhundert: Heute wusste man sofort, wo die Asche herkam und was Ursache für die Flugausfälle war. Vor über 200 Jahren, ohne weltweite Kommunikation in Sekundenbruchteilen, konnten die Menschen nur mutmaßen, was Ursache für ihre missliche Lage war.


 

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