Guano Islands Act

Der US-amerikanische Kongress hat am 18. August 1856 den Guano Islands Act verabschiedet. Das Gesetz ist heute noch gültig. Dem Guano Islands Act zufolge, gehört eine Insel, auf der es eine bestimmte Sorte von Vogelexkrementen gibt, zum amerikanischen Staatsgebiet, sobald ein US-Bürger eine solche Insel findet. Allerdings gilt das nur, wenn diese Insel nicht bereits zum Staatsgebiet einer anderen Nation gehört. Die Insel darf auch nicht von Bürgern einer anderen Nation bewohnt werden. Außerdem muss der amerikanische Bürger in friedlicher Art und Weise von der Insel Besitz nehmen.

Immerhin wurden mit Hilfe dieses Gesetzes mehr als fünfzig Inseln (nach anderen Quellen wurde auf mehr als 100 Inseln so Anspruch erhoben) zum amerikanischen Staatsgebiet hinzugefügt. Einige davon gehören heute noch zu den USA.

Guano Islands Act Beispiel Bakerinsel

Die Bakerinsel ist eine kleine, unbewohnte Insel im Pazifik. Politisch ist die Baker Insel ein Außengebiet der Vereinigten Staaten. Die Insel liegt 3100 südwestlich von Honolulu, etwa auf halbem Weg zwischen Hawaii und Australien. Baker Island wurde 1818 entdeckt. Die Wiedersichtung erfolgte 1825. Erstmals besucht wurde die kleine Insel, sie ist zwei Kilometer lang und ein Kilometer breit und hat eine Fläche von 1,64 Quadratkilometer, von Michael Baker im Jahre 1834. Nach dem Erstbetreter wurde die Insel schließlich auch benannt. Am 12. Februar 1857 wurde Baker Island unter Berufung auf den Guano Islands Act für die Vereinigten Staaten von Amerika in Besitz genommen. Die Insel wurde auch genutzt, zwischen 1859 und 1878 wurde intensiv Guano, was als Dünger Verwendung fand, abgebaut. Es folgte 1935 ein Kolonisierungsversuch, dieser Scheiterte in den Wirren des 2. Weltkrieges aber. Seit 1942 ist Baker Island unbewohnt, die damals angelegte Landebahn ist unbenutzbar. Heute steht die Insel unter Naturschutz. Es existiert wohl noch ein Signalturm auf der gerade mal acht Meter hohen Insel.

Das Beispiel der Bakerinsel macht deutlich, dass es bei dem Guano Islands Act vor allem um wirtschaftliche Belange ging. Im frühen 19. Jahrhundert hatte Guano als Dünger eine große Bedeutung in der Landwirtschaft. Erst nach dem es dem deutschen Chemiker Fritz Haber im Jahre 1908 gelang aus Wasserstoff und Stickstoff synthetisch Ammoniak herzustellen nahm die Bedeutung von Guano als Düngemittel ab. Wie wichtig Guano im 19. Jahrhundert war, kann man an den Importstatistiken einzelner europäischer Länder sehen. Guano machte 1865 1,0 Prozent des Importwertes Großbritanniens, 0,6 % des französischen Imports und 1,9 Prozent des Importwertes der über Hamburg importierten Güter aus.

48 USC Chapter 8 Guano Islands

Howlandinsel

Ebenso wie die Nachbarinsel Baker Island wurde auch die Howlandinsel unter Berufung auf den Guano Island Act in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich genutzt. Howlandinsel

 

Insel Lexikon | Impressum | Insellexikon | 2017