Sankt-Brendan-Insel

Bei der Sankt-Brendan-Insel handelt es sich um eine Phantominseln. Das sind Inseln, die zwar auf historischen Karten verzeichnet sind und auch in Schriftstücken erwähnt werden, die aber tatsächlich wohl nie existierten.

San Borondon / Sankt-Brendan-Insel auf einer alten Seekarte
San Borondon / Sankt-Brendan-Insel Kartenausschnitt von 1707 (Karte Nordwest-Afrika 1707

Vermutet (und auf Karten eingezeichnet) wurden die Sankt-Brendan-Inseln u.a. auch westlich des nördlichen Afrikas. Benannt wurden sie nach Sankt Brendan, einem irischen Mönch, der im 6. Jahrhundert mit mehreren Gefährten eine legendäre Seereise unternahm (Navigatio Sancti Brendani) bzw. von einer solchen Reise berichtete. Auf dieser Reise will er die nach ihm benannte Insel entdeckt haben.
Im Mittelalter galt die Existenz dieser Insel als Tatsache. Sie tauchte in diversen Schriftstücken und auch Karten auf.

San Borondon Insel eine geheimnisvolle Insel der Kanaren?

Zu den Kanaren zählen sieben Hauptinseln. In Mythen und Legenden wird immer aber wieder eine acht solche Hauptinsel der Kanarischen Inseln erwähnt. In unregelmäßigen Abständen solle diese geheimnisvolle Insel im äußersten Westen erscheinen und zwar zwischen den anderen Inseln La Palma, La Gomera und El Hierro. In einigen historischen Karten wurde diese Phantominsel auch eingezeichnet. Im 16., 17. und 18. Jahrhundert wurden von den Kanaren aus auch einige Expeditionen ausgesendet, Ziel war es diese achte Insel zu finden.

Ebenso geheimnisvoll verschwinde diese achte kanarische Insel dann aber auch immer wieder – vielleicht wurde diese Phantominsel nur deswegen noch nicht endgültig endeckt?. Es gibt sogar Zeichnungen und Fotos, die die auf dieser achten Insel heimische Tier- und Pflanzenwelt zeigen sollen und es werden Personen benannt, die diese geheimnisvolle Insel bereits betreten haben sollen.

Bahía de Samborombón - Samborombon Bay

Im Jahre 1520 entdeckte eine Expedition unter Ferdinand Magallan in Südamerika eine Flußmündung des Rio de Plata und benannte diese nach San Borondon (Samborombón). Die Samborombón Bay trägt heute noch ihren Namen und ist eine große Bucht im Atlantik zu Argentinien gehörend (unweit von Buenos Aires). Es war die Expedition, auf der Ferdinand Magellan eine Reise begann, die Juan Sebastián Elcano als Weltumsegelung beenden sollte.

Sankt Brendan

San Borondon auf EntdeckungsfahrtInzwischen geht man davon aus, dass die Erzählung über die Seereise, die Navigatio Sancti Brendani ein mythische Reiseerzählung (immram) ist, die im 9. Jahrhundert aus einer Verbindung von keltischen Legenden und christlichen Vorstellungen entstand. Sankt Brendan (irischer Mönch, Heiliger und Klostervorsteher) lebte im 6. Jahrhundert, einige seiner Lebensdaten, darunter auch eine Klostergründung (Kloster Clonfert, 560), sind bekannt. Brendan, dem Reisenden, wird die Urfassung der Erzählung zugeschrieben. Demnach soll sich der Heilige Brendan auf der Suche nach Terra Repromissionis begeben haben, einer verheißene Insel im Westen. Gemeinsam mit zwölf Gefährten unternahm er eine Fahrt von Irland aus in den Atlantischen Ozean. Die Abenteuer auf dem Weg zu dieser Brendainsel, wurden in 29 Kapiteln aufgezeichnet.

Sankt Brendan hat viele Namen. Namen des irischen Heiligen sind u.a. Brendan der Reisende, Brendan der Navigator, Brendan von Clonfert, irisch auch Naomh Breandán, auch Brandanus.

Der Ehrentag des Heiligen Brendan ist der 16. Mai. Er ist u.a. Schutzheiliger der Fischer, Wale, Seemänner und auch der Taucher.

 

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