Robinson Crusoe Insel - Mas a Tierra

Die Insel Robinson Crusoe (spanisch Isla Róbinson Crusoe) gehört zum Juan-Fernández-Archipel, einer Inselgruppe im südlichen Pazifik, 600 bis 750 Kilometer westlich des chilenischen Festlandes. Die Insel ist nur 96,4 Quadratkilometer groß. Auf dieser Insel lebte der schottische Abenteuer Alexander Selkirk vier Jahre und vier Monate. Die Geschichte von Alexander Selkirk inspirierte später Daniel Defoe zu seinen Roman Robinson Crusoe. Die Insel ist die größte Insel der Inselgruppe und liegt 601 Kilometer westlich von Südamerika. Zu der Inselgruppe gehören neben der Robinson Crusoe Insel noch die Insel Alejandro Selkirk und die kleine Insel Santa Clara.

Robinson Crusoe Insel - Namen der Insel im Laufe der Geschichte

Die Robinson Crusoe Insel gehört wie das Juan-Fernández-Archipel zu Chile. Weitere Namen der Insel waren nach ihrer Entdeckung Juan Fernandez Island, Más a Tierra (der Name bedeutet übersetzt so viel wie Näher an Land) oder Aguas Buenas (gutes Wasser). Zwischenzeitlich wurde sie auch Selkirk's Island genannt. Am 1. Januar 1966 erfolgte die erneute Umbenennung in Robinson Crusoe Insel. Dafür wurde eine westlich gelegene Insel des Juan-Fernandez-Archipel in Alejandro Selkirk Insel umbenannt. Wahrscheinlich hat Selkirk selbst, die heute nach ihm genannte Insel nie gesehen geschweige den betreten. Alejandro Selkirk Insel

Geschichte der Robinson-Crusoe-Insel

Eine kleine Insel, deren Geschichte aber durchaus wechselhaft war.

Entdeckung der Robinson Crusoe Insel

Der erste namentlich bekannte Europäer, der die Insel betrat, war der spanische Kapitän Juan Fernandez im Jahre 1574.

Unbewohnte Insel

Die Insel war zu Beginn des 18. Jahrhunderts noch unbewohnt als Alexander Selkirk sich hier aussetzen ließ, heute leben hier etwa 500 bis 600 Menschen in dem Ort San Juan Bautista, dem Hauptort der chilenischen Inselgruppe an der Cumberland Bay im Zentrum der Nordostküste der Robinsón-Crusoe-Insel. Der Ort wurde wohl 1877 gegründet, es gibt aber auch Hinweise auf eine Gründung im Jahre 1750. 1814 zumindest schickten die Spanier 42 chilenische Kreolen der Unabhängigkeitsbewegung nach der Schlacht von Rancagua auf die Insel. Unter den auf die Robinson-Crusoe-Insel Verbannten gehörte auch die späteren Präsidenten von Chile: Manuel Blanco Encalada und Agustín Eyzaguirre.

Robinson-Crusoe-Insel heute

Zur Insel gelangt man auch mit dem Flugzeug, die Flugzeit von Santiago de Chile aus soll etwa drei Stunden betragen. Heute besuchen ein paar hundert Touristen die Robinson-Crusoe-Insel im Jahr. Im Februar 2010 wurde vor Chile ein Erdbeben der Stärke 8,8 registriert, in San Juan Bautista hat das Beben fünf Menschen das Leben gekostet. Ein Tsunami zerstörte große Teile der Stadt.

Die Bevölkerung lebt vom Handel mit Hummern. Einige Fahrzeuge gibt es wohl und auch eine Satelliteninternetverbindung. Es gibt eine Schule mit dem Namen Dresden School und auch ein Fußballfeld. Die Schule wurde benannt nach der SMS Dresden.

Schlacht von Más a Tierra - SMS Dresden

Im Ersten Weltkrieg kam es unweit der Robinson-Crusoe-Insel zu einer kleinen Seeschlacht, die als Battle of Más a Tierra oder Schlacht von Mas a Tierra in die Geschichte einging. Die Schlacht ereignete sich am 14. März 1915, die SMS Dresden, ein Kleiner Kreuzer der deutschen Kaiserlichen Marine, versank in der Folge einer Selbstversenkung in Cumberland Bay (heute ein Ziel von Tauchern, die die Insel besuchen). Die Schlacht endete mit einem Sieg der englischen Kräfte, der SMS Dresden standen wohl drei englische Schiffe gegenüber. Zuvor war die SMS Dresden an dem Seegefecht bei den Falklandinseln beteiligt gewesen und entging als einziges Schiff der Vernichtung des deutschen Ostasiengeschwaders. Nach längerer Flucht und Verstecken vor den englischen Seekräften im Pazifik hatte sich die SMS Dresden nach ihrer Wiederentdeckung nach Más a Tierra geflüchtet, Chile, zu der die Insel gehörte, war im Ersten Weltkrieg neutral gewesen. Bevor das Kapitän die SMS Dresden in Chle internieren lassen konnte, trafen die britischen Kreuzer HMS Glasgow und HMS Kent ein und beschossen die vor Anker liegende Dresden. In der Folge der Schlacht versenkte der Kapitän die Dresden wohl selbst. Die restliche Besatzung, acht Mann der Besatzung waren beim ersten Angriff gestorben, wurde in Chile interniert.

SMS Dresden als Taucherziel

Das Wrack der SMS Dresden liegt am Ort ihrer Selbstversenkung auf dem Grund der Cumberland-Bucht in etwa 60 Metern Tiefe. Inzwischen wurde das Wrack der Dresden zum chilenischen Nationalgut erklärt. Tauchern gelang es 2006 die gut erhaltene 155 Kilogramm schwere Glocke des Schiffs zu bergen. Heute ist die Glocke im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden zu sehen. Die SMS Dresden ist Ziel vieler Taucher, die die Robinson-Crusoe-Insel heute besuchen.

Beschaffenheit der Robinson-Crusoe-Insel

Die kleine Insel ist bergig und unzugänglich. Geformt wurde die Insel durch Lavaströme lange zurückliegender Vulkanausbrüche. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Der höchste Punkt ist der El Yunque (El Junque) mit 916 Metern. Der höchste Punkt ist hoch genug, um den Luftstrom in großen Höhen zu stören, das führt zu auffälligen Karman Wirbeln. Die kleine Insel Santa Clara liegt nur 1,5 Kilometer entfernt am südlichen Ende der Insel. Das Klima auf der Robinson-Insel wird als ozeanisch beschrieben. Die Sommer sind wärmer und trocken, die Winter kälter und nass. Insgesamt wird es aber auf den Inseln wohl nicht sehr warm, das Temperaturmittel soll bei 15 Grad Celsius liegen.

Pflanzen und Tiere auf der Robinson Crusoe Insel

Auf der Insel gibt es zahlreiche endemische Pflanzenarten. Seit 1977 ist das Eiland Welt-Biosphären-Reservat. Zu den Tieren, die hier vorkommen gehört der Magellan-Pinguin und der Juan-Fernandez-Kolibri. Der Juan-Fernandez-Kolibri kommt nur auf der Robinsón Crusoe Insel vor. Eine Unterart dieses Kolibri lebte früher auf der Alejandro Selkirk-Insel, gilt heute allerdings als ausgestorben.
Es gibt auch eine spezielle Ziegenart auf den Inseln, die sogenannte Juan-Fernández-Ziege.

Alexander Selkrik bzw. Robinson Crusoe auf der Insel

Ohne den Roman Robinson Crusoe wäre die Insel heute wohl eher unbekannt.

Alexander Selkirk auf der Robinson Crusoe Insel

Alexander Selkirk gehörte zur Mannschaft des Freibeuters William Dampier. Nach einem Streit mit seinem Kapitän ließ sich Selkirk 1704 freiwillig auf der Insel Mas a Tierra auf dem Juan-Fernández-Archipel aussetzen. Das er über vier Jahre auf der Robinson-Insel ausharren musste, lag nicht nur an der abgelegenen Lage sondern auch daran, dass er sich als englischer Freibeuter nicht von Spaniern retten lassen konnte. Nach seiner Rückkehr nach England wurde seine Geschichte veröffentlicht und inspirierte Daniel Defoe zu einem Werk, das nicht nur zum wohl ersten englischen Roman wurde, sondern heute noch zu den Klassikern der Weltliteratur zählt, der Geschichte von Robinson Crusoe.

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